Die Altenau soll leben

Memorandum für eine gesunde Altenau

Die Altenau ist die Lebensader unseres Altenautales. Sie prägte Landschaft und Menschen, sie ist das verbindende Element zwischen den Ortschaften und ihren Bewohnern. Sie ist geschichtlich, kulturell und ökologisch von großer Bedeutung und ein wichtiges Stück Heimat für unsere Region.

In der Vergangenheit hat die Altenau viel gelitten. Durch harte Regulierungen und Eingriffe im gesamten Flusslauf wurde sie schwer geschädigt. Bis auf wenige Reste ist sie ein monotoner, artenarmer Bach geworden, der in den Sommermonaten ab Atteln zumeist trockenfällt. Viele ehemals typische Arten wie die Forelle, Koppe, Eisvogel, Flusslibellen etc. sind heute verschwunden oder selten geworden.

In den letzten 10 Jahren ist es v.a. infolge der intensiven Auseinandersetzung um die Altenauproblematik zu einem Umdenkprozess in der Bevölkerung gekommen.

Dieser gesellschaftliche Wandel soll auch in der Natur umgesetzt werden.

Die Altenau ist uns ein Anliegen. Wir wollen, dass sie wieder gesundet. Sie soll zu einem lebendigen Bach werden, der durchgängig ist, ständig fließt und auch Fischen und Vögeln ein Zuhause bietet. Dazu sind ernsthafte Anstrengungen und Massnahmen des modernen Wasserbaus notwendig. Über diese Maßnahmen wird schon seit vielen Jahren gesprochen, aber realisiert wurde bisher noch nichts.


Deshalb fordern wir:

*        Freier Fluss: Die Fische sollen von den Quellen bei Blankenrode bis zur Mündung in die Alme frei wandern können.

Die für die Fischwanderung, sowie für den Geschiebetransport hinderlichen Bauwerke sollen beseitigt oder passierbar gemacht werden. Die angedachte Umgestaltungsmaßnahme im Bereich des HWR Husen/Dalheim, soll wie mit dem Wasserverband Obere Lippe am 14. März 2000 in Kleinenberg festgelegt wurde, zur Durchführung kommen, d.h. dass hierbei zu berücksichtigen ist, dass vereinbarungsgemäß die Seefläche von jetzt 4,27 ha um max. 1000-1500 qm verringert wird. Die Wasserqualität im See muss auch nach der Umgestaltung gewährleistet sein.

*        Renaturierung: Die Altenau soll wieder mehr Platz bekommen!

Renaturierungen entlang des gesamten Bachlaufes sind zu forcieren und umzusetzen. Wo immer möglich, soll die Altenau wieder breiter werden dürfen und durch ihre natürliche Dynamik Steilwände, Kiesbänke und Kolke ausbilden.

*        Wasserverluste reduzieren: Die Altenau soll wieder mehr Wasser führen!

Die zahlreichen Eingriffe in das Ökosystem, insbesondere die Regulierung, die Tiefenbohrungen etc. haben u.a. dazu geführt, dass die Altenau heute weniger Wasser führt als noch vor 20 Jahren. Aufgrund des fehlenden Geschiebes frisst sie sich in den Untergrund ein und legt dabei immer neue Risse und Schwalge frei, in denen das Wasser versickert:

Durch die Aufweitung des Bachbettes soll die Eintiefung gestoppt und die Risse überdeckt werden. Lokal können auch kleinflächig, vorsichtig, künstliche Abdichtungsmaßnahmen vorgenommen werden.

*        Rücksicht: Bei allen zukünftigen baulichen Maßnahmen in der Aue soll verstärkt Rücksicht auf die Belange des Baches genommen werden.

Wir erkennen die Möglichkeit, die Altenau wieder zu verbessern und sie wieder zu der Lebensader unseres Tales zu machen. Dazu ist allerdings mehr Engagement als bisher erforderlich. Deshalb soll die Renaturierung der Altenau neben dem Hochwasserschutz die Hauptaufgabe des Wasserverbands für das Obere Lippegebiet werden. Dieses Vorhaben ist mit großem Nachdruck zu realisieren. Die Unterzeichner sagen dem Wasserverband dabei ausdrücklich ihre Unterstützung zu.

Konkret fordern wir den WASSERVERBAND FÜR DAS OBERE LIPPEGEBIET auf,

*   einen Renaturierungsplan auszuarbeiten,

*   diese Planungen umgehend durchzuführen,

*        bereits bestehende Planungen und Studien so schnell wie möglich zu realisieren.

Durch diese Maßnahmen würde nicht nur die Lebens- und die Erlebnisqualität im Altenautal verbessert, sondern auch das Grundwasser angereichert, die Wasserführung der Altenau vergrößert, der Artenreichtum erhöht und der Hochwasserschutz vergrößert. Letztlich kann die Altenau wieder zur heimatlichen Lebensader werden.

Mai 2001